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Wiedner, J. & Schaeffer, M. (2020) Career Trajectories into Undereducation: Which Skills and Resources Substitute Formal Education in the Intergenerational Transmission of Advantage? Research in Stratification and Mobility, 68, 100526.

A significant share of employees in Europe has less formal training than is required by their job; they are undereducated. We use harmonized panel data from the United Kingdom and Germany to investigate the skills and resources allowing the undereducated to develop careers in occupations supposedly beyond their reach. Our theoretical approach complements individual-centered labor market theory with an intergenerational mobility perspective which regards undereducation as a form of family status maintenance. Our empirical results show that persons whose (non-)cognitive skills exceed their formal education are more likely to be undereducated in the cross-section, and to enter undereducated employment or be promoted into it throughout the life course. Yet beyond individual merit, parental socio-economic status is a similarly-important predictor of these outcomes; our analyses even trace a significant share of the importance of (non-)cognitive skills to it. To complete our intergenerational argument, we finally demonstrate that undereducation acts as a pathway to the intergenerational reproduction of earnings inequality – more so, in fact, than the avoidance of overeducation. These results are remarkably similar across the UK and Germany, although some country differences suggest higher skill-induced career mobility in Britain and stronger origin effects in Germany. We discuss promising avenues for further comparative research in the conclusion.
A postprint is available on Econstore.


Wiedner, J., Konrad, M., Koopmans, R. & Laurence, J. (2020) Bowl Alone! Sozialkapital spielt eine
wichtige Rolle für die Akzeptanz von Social Distancing. WZB-Mitteilungen, 168, S. 69-72.

Anonymous trace data from Google Maps can be used to analyze behavioral changes during the Coronavirus lockdown. Data from Ber-lin collected between early April and early May contradict the hypothesis that social distancing is primarily an instance of the classic collective goods problem. To the contrary, first results show that neighborhood features which typically predict higher stocks of social capital are associated with less social distancing.


Wiedner, J., Giesecke, J. & Salikutluk, Z. (2020) Wachsende migrationsbezogene Ungleichheit
durch technologischen Wandel? Die Arbeitsmarktposition türkischer MigrantInnen in
Westdeutschland zwischen 1976 und 2013. WSI-Mitteilungen, 73,3. S.165-173.

Current debates on structural changes within the German labour market due to technological development rarely touch upon the consequences these changes imply for immigrants. In this article, the authors thus investigate how structural change in the German economy has affected labour market integration amongst immigrants. Using data gathered from the German micro-census between the years 1976 and 2013, they compare the labour market outcomes relating to Germans and first-generation Turkish immigrants. The results demonstrate that the differences in qualification levels between both groups have increased due to educational expansion in Germany. At the same time, formal qualifications have become more important as the German labour market has been increasingly dominated by the service sector. As a result, male Turkish immigrants in particular face increasingly higher unemployment risks, lower occupational positions and lower incomes compared to German nationals. Contrary to the predictions of standard theories, the labour market chances for immigrants have not improved over time. Rather, sectoral change has had negative consequences for the economic integration of the first generation of Turkish immigrants.


Wiedner, J., Salikutluk, Z., & Giesecke, J. (2018a). Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten: Potenziale,
Perspektiven und Herausforderungen (State-of-Research Papier 07)
. Osnabrück/Bonn, Institut für
Migrationsforschung und Interkulturelle Studien/ Internationales Konversionszentrum.

Der Beitrag fasst den Stand der bisherigen Forschung zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zusammen. Wir präsentieren Ergebnisse der Literatur zu Determinanten der Arbeitsmarktintegration und betrachten dabei verschiedene Dimensionen wie Arbeitsmarkt-einbindung, Berufsstatus und Einkommen. Einbezogen werden qualitative und quantitative Arbeiten aus unterschiedlichen Disziplinen, wobei der Schwerpunkt auf deutscher Forschung liegt, aber durch eine internationale Perspektive ergänzt wird. Die bisherigen Befunde wer-den kritisch diskutiert und Desiderate der Fluchtforschung in Deutschland identifiziert. Diese Auseinandersetzung ergibt folgende Kernerkenntnisse:Die Forschungslandschaft ist in Deutschland traditionell durch eine Ausrichtung an adminis-trativen Erfordernissen und politischen Konjunkturen gekennzeichnet. Dem gegenüber hat sich in anderen Zielländern auch eine akademische Flüchtlingsforschung entwickelt. Viele Studien sind oft auf eine eingeschränkte Population bezogen, weisen keinen systematischen Theoriebezug auf und haben einen lokalen oder regionalen Analysefokus. In den letzten Jah-ren wurde aber auch die Infrastruktur für quantitative Forschung zu Geflüchteten auf natio-naler Ebene ausgebaut. Angesichts der anhaltenden Dominanz kurzfristiger Forschungspro-jekte sollte verstärkt in Grundlagenforschung investiert werden.Unter früheren Geflüchteten der 1990er Jahre, wie unter den jüngst Zugewanderten, verteilen sich Bildungsqualifikationen bimodal, das heißt einem relativ hohen Anteil an Personen ohne einen formalen Bildungsabschluss steht ein relativ hoher Anteil an formal gutgebildeten Per-sonen gegenüber. Die Berufsqualifikation besteht für den Großteil hingegen aus Fertigkei-ten, die durch on-the-job-training erlernt wurden. Ob die aktuellen Bestrebungen, formale wie informell erworbene Qualifikationen anzuerkennen, dazu führen, dass diese tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt verwertbar sind, ist eine noch offene Frage. Auf Grundlage bisheriger Befunde lassen sich positive Effekte erwarten.Neben fehlenden Qualifikationen und mangelnden Sprachkenntnissen sind rechtliche Unsi-cherheiten die wichtigsten Gründe, die für ArbeitgeberInnen gegen die Einstellung von Geflüchteten sprechen. Dabei haben kleinere und mittelständische Unternehmen andere Anliegen und Bedürfnisse als größere Unternehmen. Der ArbeitgeberInnenperspektive wird jedoch in der bisherigen Forschung wenig Beachtung geschenkt.In der Vergangenheit verlief der Arbeitsmarkteinstieg von Geflüchteten langsamer als bei anderen Zuwanderergruppen. Vermutet wird, dass dies vor allem den rechtlichen Hürden im Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete geschuldet ist. Ob der teilweise Abbau von Zugangsbe-schränkungen in Kombination mit den 2015 und 2016 eingeführten Integrationsmaßnahmen die Arbeitsmarktchancen von Geflüchteten erhöhen, ist eine noch zu klärende Frage. Erste Ergebnisse deuten auf eine schwach positive Verbesserung hin.Wie bei anderen Arbeitssuchenden auch, sind persönliche Kontakte für Geflüchtete oft ent-scheidend bei der Suche nach einer Anstellung. Bisherige Befunde deuten darauf hin, dass so gefundene Jobs den über Anzeigen oder Vermittlung gefundenen überlegen sind, was Arbeitsumfang, und -qualität angeht. Allerdings besteht auch die Gefahr, bei der alleinigen Suche über eigenethnische Netzwerke auf Positionen am unteren Ende des Arbeitsmarktes beschränkt zu bleiben.

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